20.03.2023

„Kalkwiesen“ bietet klimafreundliches Potential

„Energetische Stadtsanierung“ – Stadtwerke Crailsheim beenden erste Phase des geförderten Klimaquartiers „Kalkwiesen“

90 Prozent der benötigten Wärmeenergie wird mit Heizöl bzw. Erdgas erzeugt. Ein Wert, der wohl auf viele Wohngebiete in Deutschland, die über eine Gebäudestruktur aus den 60er-/70er-Jahren verfügen, übertragbar ist. Hier im Speziellen betrifft der hohe Anteil an fossilen Energien zur Wärmeversorgung das Klimaquartier „Kalkwiesen“ in Crailsheim, mit dem die Stadtwerke an dem bundesweiten Förderprogamm zur „Energetischen Stadtsanierung“ teilnehmen. Nicht verwunderlich sind daher die Fragen vieler Hausbesitzer, nach einer sicheren Heizungsart für die Zukunft bzw. auf welchen Brennstoff künftig gesetzt werden soll. Das war auch Thema einer Infoveranstaltung der Stadtwerke im vergangenen Jahr, als die Projektverantwortlichen das energetische Sanierungspotential für das Gebiet „Kalkwiesen“ der Öffentlichkeit vorstellten. Zwei Jahre lang sammelte dazu der regionale Energieversorger in „Kalkwiesen“ energetische Daten, befragte die Bewohner und analysierte vergangene Verbrauchswerte mit einem eindeutigen Ergebnis: „Die Energiewende in Deutschland gelingt nur mit einer gleichzeitigen Wärmewende.“ Vor kurzem übergaben die Stadtwerke ihren 120 Seiten starken Ergebnisbericht an die Stadt Crailsheim mit konkreten Handlungsempfehlungen. Letztere sollen in einem zweiten Förderabschnitt mithilfe eines Sanierungsmanagers konkretisiert werden.

Mit einer Bestandsaufnahme starteten die Stadtwerke Crailsheim 2020 die Erstellung des energetischen Quartierskonzepts für das Gebiet „Kalkwiesen“. Auf dieser Basis entstanden konkrete Handlungsempfehlungen, die dazu beitragen, den CO2-Ausstoß bzw. Energieverbrauch nachhaltig zu reduzieren. Ganz bewusst entschieden sich die Stadtwerke für das Gebiet im Crailsheimer Stadtteil Sauerbrunnen, das aufgrund seiner heterogenen Gebäudestruktur idealtypisch ist, um die Ergebnisse in Zukunft auf andere Stadtteile/Quartiere zu übertragen: neben Schulen, sind dort Einfamilien-, Mehrfamilien- und Reihenhäuser unterschiedlicher Größe sowie Kindergärten, Gotteshäuser und Gewerbebetriebe vorzufinden.

Wärmeversorgung bietet Potential
Ein großes Einsparpotential in Bezug auf den CO2-Ausstoß als auch auf den Energieverbrauch bietet die Wärmeversorgung im Quartier, die zu 90 % mit Erdgas und Heizöl erzeugt wird. Auf diese Weise gelangen über 1.000 Tonnen CO2 in die Atmosphäre, die sich mit einem Heizungstausch deutlich reduzieren ließen. Da viele Heizungssysteme bereits älteren Typs sind, sind Modernisierungen in naher Zukunft absehbar. Für viele Hausbesitzer bietet sich so die Chance, sich weniger abhängig von fossilen Energieträgern zu machen. Ein Heizungstausch, auf z.B. einen Gas-Hybrid-Heizkessel in Verbindung mit einem solaren Anteil, halbiert nicht nur den CO2-Ausstoß, sondern auch den Energieeinsatz. Noch optimaler wäre eine Wärmeerzeugung mit einem Pellet-Kessel oder einer Fernwärmeversorgung. Beides reduziert den CO2-Ausstoß auf unter 60 Tonnen im Jahr.

30 % des Wärmeverbrauchs im Gebiet Kalkwiesen entfällt auf die dortige Eichendorffschule. Mit ein Grund, warum die Stadtwerke zukünftig die Erneuerung der Heizzentrale in Kombination mit dem Einsatz erneuerbarer Energien planen. So ließe sich nicht nur Energie einsparen, sondern das bestehende Wärmenetz vor Ort erweitern. Dies bietet für Hausbesitzer die Option, sich bei genügend Interesse mit Fernwärme versorgen zu lassen. Und auch das von der Stadt Crailsheim auf den Frei- und Grünflächen geplante Neubaugebiet wäre nicht nur innovativ, sondern nachhaltig und klimafreundlich mit Energie versorgt.

Kostenlose Sonnenenergie ungenutzt
Neben den bautechnischen Merkmalen eines Gebäudes, wie Dach, Fassade, Fenster, haben die Stadtwerke im Gebiet „Kalkwiesen“ auch die haustechnischen Merkmale, wie z.B. die vor Ort eingesetzten Heizsysteme untersucht und großes Potential für energetische Sanierungen festgestellt. So sind die Dächer bzw. Hauswände meist ungedämmt und die Fenster größtenteils nur zweifach verglast. Gerade letzteres bietet bei einer Erneuerung, hin zu einer dreifachen Verglasung, ein energetisches Einsparpotential von etwa 11 % je Gebäude. Bei einer zusätzlichen Dämmung der Fassaden wären sogar weitere 20 % möglich.

Derzeit kaum auf den Dächern der Wohngebäude vorhanden sind Photovoltaik (PV)- bzw. Solarthermie-Anlagen zur Strom- oder Wärmeerzeugung. Dabei ließe sich gerade mit einem optimalen Einsatz von PV-Anlagen ein doppelt so hoher Stromertrag erzielen, als vor Ort jährlich verbraucht wird.

„Uns ist vollkommen bewusst, dass alle energetischen Modernisierungen mit Investitionen verbunden sind, die jeder einzelne für sich abwägen muss“, sagt Ron Hilgart, Stadtwerke-Projektleiter Klimaquartier „Kalkwiesen“ und weiter, „umso begrüßenswerter wäre der gezielte Ausbau der staatlichen Förderprogramme für private Eigenheimbesitzer, so dass viele Einzelmaßnahmen dazu beitragen, das bundeseinheitliche Ziel der Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen.“ Dies ist mit ein Grund, warum die Stadtwerke an dem Förderprojekt vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat sowie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) teilnehmen, um die so gewonnenen Erfahrungen einfließen zu lassen.

Förderprogramm „Energetische Stadtsanierung“ geht in Phase B
Viele Handlungsempfehlungen, wie der Energieverbrauch reduziert und das Klima geschont werden kann haben die Stadtwerke für das Gebiet „Kalkwiesen“ erarbeitet. In einem zweiten Förderabschnitt zur „Energetischen Stadtsanierung“ sollen diese mit einem Sanierungsmanager konkretisiert werden, der den Einwohnern als kompetente und kostenlose Anlaufstelle für Fragen rund um das Thema energetische Modernisierung zur Seite steht. Eine positive Förderzusage vorausgesetzt.

Info:
Die Vorträge zur Informationsveranstaltung der Stadtwerke Crailsheim und deren Partnern, wie das energieZENTRUM Wolpertshausen oder die Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim sind online unter www.saniermitmir.de im Bereich „Aktuelles“ abrufbar.

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